Fallstudie: Film »Per Seil oder Drohne zur Krone?«
Wie gewinnen wir wertvolle Proben aus der Baumkrone?
Unsere Wälder stehen unter Druck, die Klimakrise setzt ihnen merklich zu. Forschung in luftiger Höhe schafft die Datengrundlage für einen resilienten Waldumbau. Der Film »Per Seil oder Drohne zur Krone? – Das Forschungsduell im Blätterdach« begleitet zwei Teams bei der Probenahme in der Baumkrone und fragt: Wer gewinnt die Challenge, Team Klettern oder Team Drohne?
Forschungsschwerpunkt
Waldökologie
Auftraggeber:innen
Technische Universität Braunschweig
Kompetenzzentrum Landschaftsresilienz (Universität Göttingen)
Verantwortlichkeiten
Konzeption, Antragstellung, Produktion, Postproduktion, Vermarktung, Distribution und Wirkungsmessung eines Films – Details am Seitenende
Zeitraum
10 Monate, 2025–2026
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Das Forschungsduell für zukunftsfähige Wälder
Unsere Wälder leiden zunehmend unter der Klimakrise. Das zeigt auch der aktuelle Waldzustandsbericht mit alarmierenden Zahlen: Nur rund 21 % der Bäume in den deutschen Wäldern sind gesund, während 43 % der Baumkronen leichte und 36 % sogar deutliche Verlichtungserscheinungen aufweisen. Steigende Temperaturen und immer häufigere Extremwetterereignisse stellen die Anpassungsfähigkeit der Wälder auf die Probe. Dieser Herausforderung kann mit einem Waldumbau begegnet werden, der die Wälder resilient und zukunftsfähig macht. Doch um konkrete Handlungsempfehlungen für die Forstwirtschaft der Zukunft zu geben, brauchen Forschende vor allem eins: eine solide Datenbasis.
Die wertvollen Daten zum Gesundheitszustand des Waldes lassen sich nicht mit dem bloßen Auge erkennen. Es sind vor allem die Blätter in der Baumkrone, die uns Einblicke in den Nährstoff- und Wasserhaushalt eines Baumes geben und damit Rückschlüsse auf seine Gesundheit zulassen. Die hierfür benötigten Proben sind allerdings nur mühsam zu sammeln. Eine eigens entwickelte Sampling-Drohne der Nachwuchsforschungsgruppe Isodrones der TU Braunschweig soll Abhilfe schaffen und die Probennahme erleichtern. Doch ist die Drohne den menschlichen Baumkletterer:innen wirklich überlegen?
Im 20-minütigen Film »Per Seil oder Drohne zur Krone? – Das Forschungsduell im Blätterdach« begleiten wir zwei Forschungsteams in der Challenge um die Baumkrone. Der Film stellt die Methoden von »Team Drohne« und »Team Klettern« vor, portraitiert zwei Forschende in frühen Karrierephasen – Christina und Malkin – und kommt zu dem Schluss, dass sich die Methoden ergänzen. Beide tragen dazu bei, dass wir mehr über unsere Wälder erfahren und sie auf dieser Grundlage fit für die Zukunft machen.
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Gemeinsam oder gegeneinander?
Im Sommer 2025 traten Dr. Christina Hackmann von der Universität Göttingen und Dr. Matthias Beyer von der TU Braunschweig mit einer Idee an uns heran: ein Film, der zwei Methoden zur Gewinnung von Proben aus der Baumkrone vergleicht. Welche Methode ist sicherer, schneller und effizienter? Gemeinsam mit den Forschenden entwickelten wir das Konzept einer Challenge, die die Vor- und Nachteile des Kletterns und Drohnefliegens beleuchtet. Schnell zeichnete sich dabei ab, dass das Forschungsduell trotz aller Spannung mit zwei Gewinner:innen enden soll – denn die Methoden ergänzen sich in ihren Vor- und Nachteilen. Die Challenge ist ein Aufhänger, der vor allem bei Studierenden, Alumni:ae und Mitarbeitenden der Unis Neugier und Gemeinschaftsgefühl weckt. Doch gute Wissenschaft profitiert, das soll der Film zeigen, von Zusammenarbeit und Methodenvielfalt.
Zur Finanzierung des Projekts kam eine Ausschreibung des Kompetenzzentrums Landschaftsresilienz der Uni Göttingen wie gerufen: Im Rahmen des Innovationspools vergab das von der Eva Mayr-Stihl Stiftung geförderte Zentrum Gelder für wissenschaftskommunikative Projekte. Gemeinsam mit den Forschenden haben wir einen überzeugenden Antrag eingereicht, der innerhalb kürzester Zeit bewilligt wurde und die Produktion des Films erst ermöglichte.
Im Antragsstress? 📝
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Drei Drehtage im Wald
Für den Dreh stellte sich zunächst die Frage nach der geeigneten Location. Drei Standorte kamen in Frage, doch der Privatwald in Apelern südwestlich von Hannover erwies sich als ideal. Er war für die 17 Beteiligten gut erreichbar, Dreh- und Aufstiegsgenehmigungen lagen bereits vor und sowohl die Crew als auch die Forschenden waren schon mit dem Gelände vertraut.
Als weitaus schwieriger erwies sich die Koordination aller Beteiligten. Das Wetter stellte uns vor eine besondere Herausforderung: Sowohl die Film- als auch die Forschungsdrohne können nur bei Windstille und ohne Regen aufsteigen. Daher planten wir von Anfang an mit Ausweichterminen. Schnell wurde klar, dass wir unter diesen Bedingungen nicht mit beiden Forschungsteams am selben Tag würden drehen können. Hier kommt ein Aspekt des filmischen Storytellings zum Tragen. In Anbetracht des direkten Duells wirkt diese Entscheidung zunächst ungewöhnlich, aber wir waren uns sicher, die Geschichten hinterher im Schnitt kohärent zusammenführen zu können.
Der erste Dreh mit »Team Drohne« musste wetterbedingt kurzfristig verschoben werden. Ausweichtermine waren von vornherein eingeplant. Das Wetter spielte mit, alle waren da, doch dann der nächste Rückschlag: Beim Start gab ein Motor der Forschungs-Drohne den Geist auf – ein Totalausfall, wie er der Isodrones-Gruppe in mehreren Jahren noch nie passiert war. Somit war die »Hauptdarstellerin« außer Gefecht. Den Drehtag nutzten wir dennoch produktiv für Interviews, Portraits und Luftaufnahmen.
Als sich abzeichnete, dass die Drohne nicht rechtzeitig zum zweiten angesetzten Drehtag repariert sein würde, planten wir notgedrungen einen dritten Drehtag. Durch das feste Budget, das uns dank der erhaltenen Förderung zur Verfügung stand, bedeutet so etwas für uns als Produktionsfirma finanziellen Druck. Auch das Wetter wurde im Spätsommer nicht verlässlicher und die terminliche Koordination der Beteiligten begann erneut.
Der Dreh mit »Team Klettern« hingegen verlief bei besten Bedingungen und lieferte neben Herzrasen und Spannung in der Baumkrone eindrucksvolle Bilder und ein starkes Interview. Dennoch blieb bis zum Nachdreh mit »Team Drohne« Unsicherheit: Würde die Drohne rechtzeitig einsatzbereit sein, bevor der Herbst den Bäumen die Blätter nimmt? Der Zeitdruck war hoch, denn der Film sollte laut Planung im Förderantrag eigentlich bis Jahresende fertiggestellt sein.
So vergingen noch weitere Wochen des Bangens. Doch Anfang Oktober konnten wir dann endlich den ersehnten Drehtag mit »Team Drohne« absolvieren. Für die Hälfte des Produktionsteams musste Ersatz gefunden werden, doch auch das weniger eingespielte Team lieferte ab — genauso wie »Team Drohne« und das Fluggerät selbst, das dem Blätterdach erfolgreich eine Probe nach der anderen entnahm.
Alle Beteiligten waren froh und erleichtert und die Neugier auf den Film stieg.
Papierschnitt, Kommentar, Montage, Animation, Tonmischung, Farbkorrektur und tausend Zwischenschritte
Als studierter Dokumentarfilmer hat der Regisseur und bekennende Dinosaurier Christoph Nick sein Handwerk noch nach alter Schule gelernt. Der Schnitt dieses Films bot sich an, um eine kaum mehr praktizierte, doch bewährte Methode zu nutzen, um die Storyline des Filmes zu strukturieren und festzulegen: Der Papierschnitt. Zunächst werden alle Interviews transkribiert – dank KI heute vollautomatisch und blitzschnell. Die Texte werden mit Timecodes ausgedruckt und buchstäblich alles weggeschnitten, das der Story nicht dient. So lassen sich längere Interviews schnell verdichten. Der erzählerische rote Faden der jeweiligen Interviews lässt sich so anschaulich und zügig erarbeiten. Und im Folgenden die Struktur des gesamten Filmes. In diesem Fall: 1) Intro mit Teamvorstellungen, 2) Kennenlernen der beiden Kontrahent:innen, 3) Challenge, 4) Resultat & Learnings.
Bei diesem Film war von Beginn an klar, dass auch eine Sprecherin zum Einsatz kommt, um die Geschichte zu erzählen. Dies hilft, den Spannungsbogen zu unterstreichen, wichtige Aspekte zu präzisieren, zu straffen, zu verdeutlichen. Und auch für dieses Puzzleteil des Filmes ist ein Papierschnitt sehr hilfreich. So lässt sich früh erkennen, welche Passagen die Erzählperson übernimmt. Wir sind sehr glücklich, dass die routinierte Sprecherin und Schauspielerin Julia Casper dem Film ihre Stimme leiht.
Der Aufhänger des Films ist das Duell der beiden Forschungsteams. Um die Challenge zu erzählen, stellen wir die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methoden einander gegenüber. Und auch bei der Strukturierung der Abfolge kam der Papierschnitt zum Einsatz und half bei der Lösung dieser unerwartet kniffligen Montageaufgabe.
Am Schnittrechner galt es dann, das Material entsprechend der entwickelten Struktur zusammenzusetzen. Um die 500 Elemente, wie Aufnahmen von Hauptkamera, Helmkamera, Sampling- und Kamera-Drohne wurden montiert und mit einer ersten, intern eingesprochenen Layoutversion des Kommentars versehen. Schritt für Schritt wurde das Musikkonzept umgesetzt. Der Rohschnitt wurde gekürzt, umgestellt, mittelmäßiges immer wieder durch besseres Material ersetzt, Athmotöne und Toneffekte eingearbeitet, Grafiken entwickelt, Animationen erstellt, Text- und Grafikelemente integriert, am Kommentartext gefeilt und die Überarbeitungen eingesprochen. Inhaltliche Abstimmungsrunden mit den Expert:innen führten zu weiterer Präzisierung und schlussendlich konnte der finale Kommentartext an die Sprecherin übergeben werden. Wir waren entzückt vom Ergebnis. Einige Tage Feinschnitt, letzter Korrekturen, Tonmischung und Farbkorrektur mündeten in der Endfassung. Und wieder bewahrheitete sich eine Filmweisheit aus Unizeiten: Ein Film wird immer drei Mal gemacht – er wird geplant, gedreht, geschnitten. Jedes Mal ist es ein anderer Film. Eigentlich so ähnlich wie mit der Forschung. Wir sind dankbar für diese lebendige und spannende Arbeit.
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Koordinierte Kampagne
Der Film wurde im April 2026 auf dem YouTube-Kanal der Nachwuchsforschungsgruppe Isodrones veröffentlicht und über die Collaborations-Funktion auch auf den Kanälen der beiden Universitäten geteilt. Eine zugehörige Social-Media-Kampagne machte rund um das Veröffentlichungsdatum auf den Film aufmerksam. Dabei nutzten wir neben unseren eigenen Kanälen und denen der Isodrones-Forschungsgruppe auch die zentralen Kanäle der TU Braunschweig und der Universität Göttingen, die mit ihrer Reichweite dafür sorgten, dass der Film innerhalb der ersten 48 Stunden schon über 1000 Mal aufgerufen wurde.
Die Inhalte wurden auf den jeweiligen Kanal und seine Zielgruppen zugeschnitten. So haben wir beispielsweise für Instagram uni-spezifische Kurzvideos (Reels) erstellt, die den Challenge-Gedanken in den Vordergrund stellen und an das Zugehörigkeitsgefühl zur eigenen Alma Mater appellierten. Entstanden sind zudem drei thematische Reels, die einzelne Aspekte aus dem Film aufgreifen, sowie je drei Portrait-Reels, die unsere Protagonist:innen Christina und Malkin in den Mittelpunkt stellen. Zusätzlich haben wir ein Filmplakat und einen Teaser gestaltet, die plattformunabhängig zur Bewerbung des Films verwendet werden konnten.
Wir danken den Pressestellen der Uni Göttingen und der TU Braunschweig herzlich für die Zusammenarbeit!
Unser Beitrag
Services
Darstellung
Anteile am gesamten Leistungsumfang
Produkte
- Film (YouTube)
- Teaser (YouTube, Insta, LinkedIn)
- Filmplakat
- Social-Media-Reels (Insta, LinkedIn, YouTube Shorts)
- Social-Media-Posts (Insta, LinkedIn)
Mitwirkende
Vor der Kamera
- Dr. Matthias Beyer: Idee, Experte
- Dr. Christina Hackmann: Idee, Wissenschaftlerin »Team Klettern«
- Malkin Gerchow, M.Sc.: Wissenschaftler »Team Drohne«
- Steffen Dohmen, M.Sc.: Wissenschaftler »Team Drohne«
- Sharath Paligi, M.Sc.: Wissenschaftler »Team Klettern«
Hinter der Kamera
- Christoph Nick: Konzeption, Buch & Regie, Kamera, Schnitt, Vermarktung
- Colleen Zeller: Produktionsassistenz, Schnitt, Farbkorrektur, Social Media, Vermarktung
- Lena Ackermann: Produktionsassistenz, Tonaufnahme, Social Media, Vermarktung
- Karli Wagener: Konzeption, Produktions­assistenz, Tonaufnahme
- Jana Rosenfeld: Konzeption
- Saskia Schirmer: Konzeption
- Carlo Knaust: Kamera, Farbkorrektur
- Lukas Thorsson (Filmflow): Drone Operator
- Pascal Koring: Assistant Drone Operator
- Tim-Simon Herrmannsen (Just-Image): Additional Drone Operator
- Nicolas Gacek (Charnia Films): Grafiken, Animationen
- Julia Casper: Sprecherin
Weitere Arbeiten
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